Gute zwei Woche ist es her, dass die Bohrplattform Deepwater Horizon gesunken ist und jetzt schwappt erstmals Öl an die Küste. Nun soll eine Stahlkuppel die Ölpest eindämmen - die Installation ist technisches Neuland.
Erstmals haben die Ausläufer des Ölteppichs auf dem Golf von Mexiko die Küste des US-Bundesstaats Lousiana erreicht. Etwa 50 Kilometer vor dem Festland im Golf, ist ein dünner Ölfilm am Ufer der Insel Freemason Island gesichtet worden.
Die Insel zählt zum Naturschutzgebiet Chandeleur Islands, indem auch zahlreiche geschützte Vogelarten brüten.
Mehrere Vögel wurden beobachtet, wie sie in das braune, ölige Wasser tauchten. Bei Beobachtungsflügen wurde auch "schwereres Öl" entdeckt, teilte eine Sprecherin der Küstenwache mit.
Allerdings gibt es jetzt neue Hoffnungen - diese konzentrieren sich auf eine
riesige Stahlkuppel, die in etwa 1500 Metern Tiefe über das große Leck gestülpt werden soll.
Ein großer Kran hob diese Kuppel von Bord eines Frachters und ließ sie ins Wasser. Wenn es gelingt, will BP eine weitere, aber kleinere Kuppel über ein
zweites Ölleck in der Tiefseeleitung stülpen. Ein etwas kleinerer Riss war bereits von einem Untersee-Roboter geschlossen worden.
Für die Verzögerung hatten zuvor die aufsteigenden Öldämpfe von der Wasseroberfläche gesorgt. Ein einziger Funke hätte diese entzünden können, sagte Demi Shaffer, der Kapitän des Frachters.
Die große Stahlbetonglocke soll über die noch offene Ölquelle gestülpt und somit das Leck verschlossen werden. David Nicholas, ein Sprecher des Ölkonzerns BP warnte: „Wir haben so etwas
noch nie gemacht. Das ist sehr komplex und wir können nichts garantieren“.
Das noch ausströmende Öl soll der zwölf Meter hohe Stahlquader auffangen, was anschließend über eine Leitung auf einen Tanker gepumpt wird. Experten zufolge sollen 80 bis 85 Prozent des Ölflusses mit der Vorrichtung gestoppt werden.
Die Konstruktion besteht aus einem etwa vier Stockwerke hohen Quader und einer Kuppel, durch die das Öl mit Rohren in einen Tanker an der Wasseroberfläche gesaugt werden soll. Damit könnte am Sonntag begonnen werden.
Das die Glocke das Leck am Meeresgrund wirklich richtig abdeckt, sollte ein ferngesteuerter Unterseroboter sicherstellen. In einer Wassertiefe von mehr als 1500 Metern ist so etwas noch nie zuvor versucht worden.
Ein weiterer Unsicherheitsfaktor.
Damit sich das Öl bei Wassertemperaturen um 5 Grad nicht verklumpt, sollten warmes Wasser und Methanol durch dsa Absaugrohr gepumpt werden. Allerdings ist auch hier ungewiss, ob dies überhaupt funktionieren wird.
Aber auch die Techniker müssen aufpassen, dass sich das Öl- Wasser- und Gasgemisch, dass sie aus der Tiefe holen wollen, sich nicht an Bord des Tankschiffs entzündet.
Aus den Lecks am Meeresgrund sprudeln täglich Hunderttausende Liter Rohöl, seit am 22. April die von BP genutzte Bohrplattform Deep Water Horizon nach einer Explosion versank. Bei der Explosion kamen elf Arbeiter ums Leben.